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Zum Inhalt:

Die Philosophen, deren Werke in diesem Buch vorgestellt werden, vertreten drei Hauptströmungen
der modernen analytischen Moralphilosophie. Peter Singer behandelte in Praktische Ethik (1979)
ein breites Spektrum an aktuellen sozialen Fragen aus dem Bereich Umwelt- und Bioethik. Vom
Standpunkt des Präferenzutilitarismus aus argumentierte er für radikale Lösungen in Bezug auf
Sterbehilfe, Stammzellenforschung und Abtreibung.

John Rawls, der mit seinem Hauptwerk Eine Theorie der Gerechtigkeit (1971) die politische
Philosophie in den USA maßgeblich förderte, kritisierte die autoritäre Tendenz des Utilitarismus
als ungerechtes Planungsinstrumentarium, nach dessen theoretischen Prämissen die ungerechte
Verteilung des Wohlstands in einer Gesellschaft kaum berücksichtigt werde. Mit seinem berühmten
Gedankenexperiment des Schleiers des Unwissens wies Rawls auf die Möglichkeit hin, den
liberalen Gesellschaftsvertrag zwischen den Bürgern und dem Staat als Regelwerk eines fairen
Spiels aufzufassen. Den Hintergrund des Rawlschen Theorieverständnisses bildet der kantische
Konstruktivismus.

Alasdair MacIntyre formulierte in Der Verlust der Tugend (1981) den Tugendbegriff als Ausdruck
einer sozialen Praxis. Wenn Tugenden wie Mut, Besonnenheit oder Gerechtigkeit die Wertungen
einer Gemeinschaft widerspiegeln, setzt eine sinnvolle Diskussion über ethische Fragen die
Aufarbeitung und Thematisierung der Tradition voraus, in welcher die Kontrahenten leben und
wirken.

Im Vergleich dieser Theorien wird die Frage nach der individuellen Verantwortung des Menschen
deutlich sichtbar. So wird im Schlusskapitel des Buchs auf das Problem der Motivation des
Individuums eingegangen, das nicht nur rational urteilen soll, sondern moralisch handeln will.

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