Burns Fertig

Zum Inhalt:

Erich Fromm (1900 - 1980) wies in seinen zahlreichen Büchern auf die mangelnde Liebesfähigkeit von
Menschen hin, die seit ihrer frühen Kindheit zu einer äußerlichen Anpassung an die Gesellschaft
gedrängt wurden. Im ehrgeizigen Streben nach Erfolg erblickte der Psychoanalytiker Fromm
eine Pathologie der Normalität, bei der die Gefühls- und Werteentwicklung eines Menschen
vernachlässigt wird. Wer die Normen der Gesellschaft erfüllt, empfindet sich häufig als Individuum
und übersieht dabei, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse ihn geprägt haben. Wie Fromm in
seinen Schriften ausführte, erwirbt der Mensch im Laufe seiner Erziehung und Sozialisation
nicht nur individuelle Charaktereigenschaften, sondern auch einen Gesellschafts-Charakter.
Ähnlich wie Sigmund Freud und Alfred Adler dachte Fromm, dass der Mensch sich lebenslänglich
bilden soll. Der reife Mensch zeichnet sich durch Charaktereigenschaften aus, die seine Arbeitsund
Liebesfähigkeit fördern. In seinen späteren Schriften ergänzte Fromm diese ganzheitliche
Entwicklungslehre mit dem Begriff der Biophilie, der Liebe zum Leben.
Als Soziologe und Psychoanalytiker beschrieb Fromm mit seinen Kollegen am Frankfurter Institut
für Sozialforschung die Dynamik von Macht und Ohnmacht in der Persönlichkeitsstruktur des
autoritären Menschen. Somit leistete er fundamentale Arbeit in der sozialpsychologischen
Erforschung des Rechtsradikalismus. Im hier vorliegenden Buch wird die Entwicklung der
Charakterologie Fromms aufgezeigt. Nach seiner Emigration in die USA im Jahre 1934 befasste
sich Fromm zunehmend mit den kulturanthropologischen und ethischen Aspekten seines Themas.
Als Neopsychoanalytiker, wie Karen Horney und Harry Stack Sullivan, interessierte ihn der Mensch
in seiner sozialen Bezogenheit.

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